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DER RESET KNOPF

„Ich hätte meinen Zug bekommen müssen, doch ich wollte jetzt nicht gehen.

Dieses Wissen zu verarbeiten kostete mich gerade so viel Energie, dass ich keinen Schritt wagen konnte. Es zerrte schwer an meinen Beinen. Wie Gewichte gefesselt auf dem dunkelgrauen Gehweg, auf welchem ich stand. Ich starrte auf die Pfützen. Leichte Spiegelungen in ihnen. Schon seit Monaten spürte ich, dass jemand in mir einen Reset Knopf betätigt haben musste. Ich fühlte mich so neu, dass ich kaum wusste wohin. „Was soll ich mit diesem Leben, welches eine andere Person geschaffen haben muss?“ so dachte ich. Es war wie, als wäre ich in einem anderen Körper aufgewacht. Wie als wäre etwas in mir gestorben und jetzt erlebte ich meine Renaissance. Nur wohin jetzt? Ich hob meinen Kopf und sah Menschen. Ich fühlte mich ihnen nahe. Beobachtete sie in der Hoffnung, sie würden mir ein Lächeln schenken. Denn ich wollte in diesem Moment Liebe spüren. In diesem Augenblick wollte ich nicht allein sein. Doch ich war es. Regen auf Asphalt

(…) Die Bahn traf ein. Mein Gesicht spiegelte sich in den Fenstern. Noch bevor die Tür aufging, füllte sich mein Bauch mit Glück. Blubbernd wie kunterbunte Seifenblasen in mir, die aufstiegen und mir mit einem Kribbeln ein Lächeln ins Gesicht zauberten und meine Augen durch ein Strahlen in ihnen verließen. Ich schaute mich an. „Egal wo hin ich nun gehe…“ sagte ich mir, „…niemand kann mir mehr das nehmen, was ich bin.“ Und ich hielt innen. Regen auf Asphalt.“

– Anabel Alexander


© 2023 Anabel Alexander